Funktionsbeschreibung

Die Ruptur eines Bandes ist abhängig von der Richtung, Geschwindigkeit und Kraft einer Gewalteinwirkung und kann an jeder Stelle des Bandes oder an den Insertionsstellen im Bereich des Faserknorpels oder Knochen liegen.

Das Röntgenbild gibt lediglich bei knöchernen Bandausrissen einen Hinweis auf die Verletzung. In der Regel ist die Erkennung eines ligamentären Schadens durch die „Gehaltene Aufnahme“ möglich. Dabei wird eine Extremstellung des Gelenkes provoziert, bei der eine Fehlstellung (Aufklappbarkeit oder Subluxation) sichtbar wird.
Es haben sich für jedes Gelenk Routinemethoden entwickelt, mit deren Hilfe ein standardisierter Untersuchungsbefund niedergelegt werden kann.

Voraussetzung für das Gelingen der funktionsdiagnostischen Untersuchung ist die Berücksichtigung aller gelenkstabilisierenden Faktoren:

1. Die gelenkspezifische Anatomie
2. Die Muskulatur
3. Der Kapsel-Bandapparat

Um den Bandapparat zu überprüfen, müssen besonders die Punkte 1 und 2 berücksichtigt werden, d. h. es muss so gelagert werden, dass die Muskulatur vollkommen entspannt ist und bei spezifischer Belastung die Gelenkanatomie den Bewegungsablauf nicht blockiert. Das Telos-Gerät ist so konzipiert, dass bei richtiger Lagerung und Rüsten des Gerätes nach Vorschrift die anatomisch bedingte Gelenkstabilisierungsfunktion den Bewegungsablauf nicht behindert. Eine muskuläre Kompensation wird durch die elektronische Anzeige deutlich sichtbar und muss durch Berühren der Muskulatur überprüft werden.

Die vorherige Nativaufnahme des betroffenen Gelenkes in 2 Ebenen ist unerlässlich, um Knochenfrakturen auszuschließen, bei denen „Gehaltene Aufnahmen“ kontraindiziert sind.

Von allen Bandverletzungen des Körpers sind die des oberen Sprunggelenkes fibularseitig die häufigsten und entstehen in den meisten Fällen durch Supinationstraumata. Innenbandverletzungen durch Pronationstraumata sind selten und in der Regel mit einer Fraktur der Fibula verbunden.

Am Aufbau des oberen Sprunggelenkes beteiligen sich die distalen Enden der beiden Unterschenkelknochen Tibia und Fibula, sowie ein Fußwurzelknochen, das Sprungbein, Talus. Als Scharniergelenk besitzt das obere Sprunggelenk Seitenbänder (Lig. collateralia), die bei diesem Gelenk die Besonderheit aufweisen, dass sie fächerartig in mehrere Züge aufgespalten sind, die sich an verschiedenen Stellen der Fußwurzel befestigen.

Auf diese Weise ist immer, in welcher Stellung sich Unterschenkel und Fuß zueinander auch bewegen, ein Band gespannt und sichert das Gelenk.

Mit dem Telos-Gerät können Sie jedes Band einzeln untersuchen

Bei Sprunggelenksverletzungen empfiehlt es sich, mit der Untersuchung des Ligamentum fibulo talare anterius zu beginnen, weil dieses Band beim typischen Supinationstrauma erfahrungsgemäß zuerst reisst, und weil die Untersuchung für den Patienten weniger belastend ist.

Ligamentum fibulo-talare Das Ligamentum fibulo talare anterius wird im seitlichen Strahlengang über die Subluxationsstellung des Talus nach ventral überprüft. (Schublade: Ferse wird gehalten, auf die Tibia wird Druck ausgeübt).

Auf Grund der vorgeschriebenen Lagerung befindet sich der Fuß in natürlicher Plantarflexion (Lig. fibulo-talare anterius in Funktion), in der sich der Ansatzpunkt der ventralen Tibiakondylen mehr zum Scheitelpunkt der Talusrolle verschiebt. Dadurch ist die Stabilisierung durch die Gelenkanatomie vermindert.

Bei Druckgebung rotiert der Fuß etwas nach innen, die Tibia nach außen (nur bei Anwinkelung des Kniegelenkes um mindestens 30° möglich) um den Drehpunkt des Ligamentum deltoideum, der Aufhängung des Innenapparates, das ebenfalls den Talus stabilisiert.

Kreuzband Kreuzbandriss Bei dieser Aufnahme sollte erst ca. eine Minute nach Druckgebung geröntgt werden, da der Talus mit einer gewissen Trägheit nach ventral rutscht, und der tatsächliche Befund erst dann sichtbar wird.

Die Überprüfung des Ligamentum fibulo calcaneare erfolgt im ap-Strahlengang über die Messung des Öffnungswinkels zwischen Tibia und Talus.

Auf Grund der vorgeschriebenen Lagerung befindet sich der Fuß in 90° Stellung zur Tibia (Lig. fibulo-calcaneare in Funktion). Die Anwinkelung im Kniegelenk bewirkt eine Rechtwinkelstellung zwischen Tibia und Calcaneus, in der der sich nach dorsal verjüngende Talus fest in der Malleolengabel sitzt. Bei einer einfachen Kippbewegung des Talus könnte es zu einer Verklemmung des Talus in der Gabel kommen. Dieses Problem ist durch die Konstruktion des Fußhalteteiles gelöst. Die Ferse ist exzentrisch zum Drehpunkt des Fußhalteteiles gelagert, das neben der Kippbewegung eine zusätzliche Zugbewegung ausführt, und damit das Herausziehen des Talus über den Drehpunkt des Lig. deltoideum aus der Gabel bewirkt. Außerdem wird durch die Anwinkelung im Kniegelenk verhindert, dass der Patient auf Grund seiner Schmerzen eine Schonhaltung einnimmt und mit der Hüfte nachdreht.

Die Druckbelastung bei sämtlichen „Gehaltenen Aufnahmen“ soll 15 daN betragen. Dies ist ein rein empirischer Wert, auf den man sich international geeinigt hat. In Versuchsreihen unter dem Bildwandler konnte festgestellt werden, dass ein Gelenk bereits zwischen 6 und 7 daN aufklappt, wenn das zu untersuchende Band rupturiert ist. Höhere Druckwerte als 15 daN sind nicht sinnvoll, da die muskuläre Gegenspannung des Patienten infolge der Schmerzen zunimmt.

Wurde eine Aufnahme nicht mit dem angegebenen Druckwert durchgeführt, so sollte dem behandelnden Arzt der tatsächlich verwendete Druckwert auf das Röntgenbild geschrieben werden, um eine Fehldiagnose zu vermeiden. Bei der Vergleichsaufnahme der gesunden Seite muss dann mit dem selben, verminderten Wert gearbeitet werden.

Beim Rüsten des Gerätes richten Sie sich bitte nach der schematischen Darstellung auf den folgenden Seiten, wo für jede Stellung eine Draufsicht dargestellt ist. Es ist wichtig, dass jedes Teil wie angegeben installiert wird. Da der Patient bei einer Überprüfung der Knieseitenbänder im Sitzen positioniert wird, kommt es konstruktionsbedingt zu einer gewollten Beugestellung von 15° - 20°. Eine Vergrößerung des Winkels ist durch die Höhe des Druckpolsters bis auf 30° realisierbar. Sollte Interesse bestehen, das Knie in Streckstellung zu überprüfen, empfehlen wir die Rückenlage bei Unterstützung der Ferse mittels eines Polsters.

Die Konstruktion des Halteapparates ermöglicht weiterhin bei der Überprüfung der Kreuzbänder eine Außen- und Innenrotation der Tibia. Diese Technik ist allerdings mit dem Nachteil verbunden, dass der Untersucher während der Aufnahme im Raum bleiben muss, um die Rotationsstellung zu halten, und somit einer indirekten Strahlenbelastung ausgesetzt ist.

 
Deutsch | Englisch